Berlin/Stade, 7. Juli 2025 – Die geplante Schließung mehrerer Dow-Anlagen in Böhlen (Sachsen) und Schkopau (Sachsen-Anhalt) bis Ende 2027 sorgt auch in Niedersachsen für Verunsicherung. Das Dow-Werk in Stade ist derzeit nicht betroffen, doch der Konzern hinterfragt den Chemie-Standort Europa. Damit ist auch die Zukunft an der Unterelbe ungewiss. Rund 1100 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.
Die Stader Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel ordnet die Entwicklungen wie folgt ein: „Das sind besorgniserregende Neuigkeiten. Seit meiner Wahl war ich mehrfach bei den Beschäftigten am Bützflether Sand und kenne deshalb die Probleme. Die Schließungen zeigen, wie gefährlich hohe Energiepreise und Überregulierung für unsere Industrie geworden sind. Die jetzt beschlossenen Entlastungen sind längst überfällig. Preis-Dumping aus China verschärft die Lage zusätzlich. Zu wenig wird unternommen, um unsere Industrie vor den Folgen der subventionierten Überkapazitäten zu schützen.“
Die Bundestagsabgeordnete zu ihrem Einsatz für die Mitarbeiter: „Ich befinde mich seit Wochen im engen Austausch mit der deutschen Chemie-Industrie. Das Echo ist eindeutig: Der Koalitionsvertrag gibt Rückenwind. Mit der Senkung der Stromsteuer, der Möglichkeit zur CO₂‑Abscheidung und der Abschaffung der Gasspeicherumlage enthält er die richtigen Schritte.“
Mit Blick auf Stade sieht Zobel aber Grund zur Hoffnung: „Die Region ist ein europäisches Chemie-Juwel, mit Seehafen, Steinsalzvorkommen und einem starken industriellen Umfeld. Das sind gute Voraussetzungen, um die Wertschöpfung vor Ort zu halten. Ich bin mir sicher: Wenn ein Dow-Standort erhalten bleibt, dann Stade.“
Zobel hat heute mit der Politik-Chefin der Dow Deutschland gesprochen und wird am Donnerstag die Gewerkschafter des Standorts in Berlin treffen. Ihr Ziel: Klarheit für die Beschäftigten, den Standort erhalten und Arbeitsplätze sichern.